Die Gartenkunst
Epoche · 18. und 19. Jahrhundert

Der englische Landschaftsgarten

Der englische Landschaftsgarten entstand im 18. Jahrhundert als bewusste Gegenbewegung zum barocken Formgarten. Statt Symmetrie und gerader Achsen suchte er das Bild einer natürlichen, doch sorgfältig komponierten Landschaft. Wiesen, Seen, geschwungene Wege und einzeln gesetzte Baumgruppen erzeugen wechselnde Stimmungen und Ausblicke.

Ursprung in England

In England lösten Gestalter wie William Kent und Lancelot Brown die geometrische Gartenkunst ab. Ihr Ideal war die verschönerte Natur, inspiriert von der idealen Landschaftsmalerei. Der Garten sollte nicht mehr beherrschen, sondern führen und überraschen.

Der Landschaftsgarten in Deutschland

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich war ab 1765 der erste englische Landschaftsgarten auf dem europäischen Festland. Später prägten Fürst Pückler mit Muskau und Branitz sowie Friedrich Ludwig von Sckell in Bayern die deutsche Ausformung dieser Gartenkunst.

Gestaltungsmittel

Charakteristisch sind Sichtachsen zu Blickpunkten, das versenkte Ha-Ha statt sichtbarer Zäune, künstliche Ruinen und Tempel als Staffage sowie die gezielte Zusammenstellung von Bäumen nach Form und Farbe. Die Grenze zwischen Garten und umgebender Landschaft wird bewusst aufgelöst.

Häufige Fragen

Warum heißt er englischer Garten?

Weil die Gartenform im England des frühen 18. Jahrhunderts entstand und von dort auf den Kontinent gelangte. Der Münchner Englische Garten trägt den Stil sogar im Namen.

Welcher ist der älteste in Deutschland?

Als frühester englischer Landschaftsgarten auf dem Festland gilt der Wörlitzer Park, angelegt ab 1765.