Der Barockgarten
Der Barockgarten ist die Gartenform des europäischen Absolutismus. Zwischen dem 17. und dem mittleren 18. Jahrhundert entstanden überall in Europa streng geometrische Anlagen, die den Herrschaftsanspruch ihrer Auftraggeber in der Landschaft sichtbar machten. Ihr Ideal war nicht die freie Natur, sondern die Natur, die dem gestaltenden Willen des Menschen unterworfen ist.
Das französische Vorbild
Prägend war der französische Garten, dessen Meister André Le Nôtre mit Versailles den Maßstab setzte. Von einem zentralen Punkt aus, meist dem Schloss, erstrecken sich Achsen weit in die Landschaft. Symmetrisch angeordnete Parterres, Wasserbecken, beschnittene Hecken und Alleen ordnen den Raum. Der Blick wird geführt, die Perspektive bewusst inszeniert.
Elemente des Barockgartens
Zu den typischen Bestandteilen gehören das Parterre mit seinen Ornamentbeeten, das Boskett als beschnittenes Gehölzquartier, Fontänen und Kaskaden sowie Skulpturenprogramme aus der antiken Mythologie. Die Orangerie erlaubte die Kultur exotischer Pflanzen und diente zugleich als Festsaal.
Barockgärten in Deutschland
In Deutschland entstanden bedeutende Anlagen wie die Herrenhäuser Gärten in Hannover, der Große Garten in Dresden oder der barocke Kern des Schwetzinger Schlossgartens. Viele wurden später landschaftlich überformt; nur wenige bewahren ihre ursprüngliche Strenge.
Häufige Fragen
Was unterscheidet den Barockgarten vom Landschaftsgarten?
Der Barockgarten ist streng geometrisch und symmetrisch, der Landschaftsgarten ahmt eine natürlich wirkende, geschwungene Landschaft nach. Beide folgen gegensätzlichen Naturvorstellungen.